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Fühlen

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In dem Moment, als die Tür endlich nachgibt und aufgeht, kann Thiel nichts und niemand mehr aufhalten, er stürmt los. Die verschiedenen Stimmen hört er zwar, aber das Rauschen in seinen Ohren ist gerade so schrecklich laut, dass er kein einziges Wort verstehen kann. Es riecht hier muffig und nach Schimmel oder so, juckt ihn nicht. Irgendjemand schaltet das Licht ein, und die nackte Glühbirne flackert etwas.

Er lässt sich auf die Knie fallen, neben den leichenblassen bewegungslosen Körper. Scheiße! Zweimal zwinkern. Die Angst verschlingt ihn fast innerlich. Ihm ist kotzübel.
Er tastet mit den Fingern nach Boernes Halsschlagader und hält die Luft an.

„Und?“, fragt Mirko unglaublich leise irgendwo hinter ihm.

Ausatmen. Und Aufatmen. „Er lebt.“

Und dann dreht Boerne den Kopf ein winziges Stück in seine Richtung und öffnet die Augen, aber sie fallen ihm sofort wieder zu. „Schön, Sie zu sehen“, murmelt er.

„Gleichfalls, Boerne.“ Er streichelt ganz vorsichtig und zart über Boernes linke Wange. „Alles wird gut, Hilfe kommt gleich.“
So ganz sicher ist er sich nicht, ob er sich das leichte Nicken nur einbildet, aber dass Boernes Lippen sich zu einem Lächeln verzogen haben, ist keine Einbildung.

 

Die Leute vom Rettungsdienst kümmern sich um Boerne, und als sie alle zusammen den Raum verlassen, legt er seine Hand auf Boernes Herz.