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Alles, was uns bleibt, ist die Erinnerung an eine Zeit, die nie wieder kehrt

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Kapitel 11

 

Leises Klopfen riss Klaas aus seinen Gedanken. Er blickte auf und sah Joko am Türrahmen lehnen. Ein leichtes Lächeln auf den Lippen.

„Sitzt du immer noch an den Bildern?“

Klaas ließ seinen Blick über ihn wandern. Joko trug noch seinen langen, schwarzen Mantel über dem hellgrünen Pullover. Dazu Jeans und seine unverzichtbaren weißen Sneaker. Selbst bei diesem eiskalten Januarwetter weigerte er sich strickt irgendwas anderes zu tragen. Die Haaren schienen seit ihrem letzten Wiedersehen auch schon wieder länger zu sein. Ein Anblick den Klaas mehr als genoss.

„Hab dir doch gesagt ist scheiß viel Arbeit.“

„Ja, aber hätte nicht gedacht, dass du da so viel Geduld für aufbringst. Schmitti meinte gerade du sitzt da schon seit heute Morgen dran“, sagte Joko lachend und schüttelte den Kopf. „Geduld ist nicht deine Stärke.“

„Vielen Dank auch!“

„Ja, was denn? Musst doch zugeben, dass es wahr ist.“

Doch Klaas antwortete ihm nicht. Wollte nicht zugeben, was ihm in den letzten Stunden durch den Kopf gegangen war. Welche Gefühle ihn beschäftigt hatten. Wahrscheinlich sah der Andere es ihm sowieso an. Es gab kaum etwas, was er Joko verschweigen konnte. Dieser überrascht ihn allerdings damit, dass er über Klaas’ Schweigen einfach hinwegsah.

„Hab mich im Zug übrigens drum gekümmert.“

„Hm?“ Klaas runzelte die Stirn.

„Um die Sache über die wir vor ein paar Wochen gesprochen haben.“

Joko’s Stimme war leise. Er lehnte immer noch am Türrahmen und sah ihn an, hatte den Kopf gegen das Holz gelehnt. Die Hände locker in seinen Manteltaschen vergraben. Sein Gesichtsausdruck war neutral, verriet nichts.

Klaas brauchte einige Momente um zu verstehen, was Joko ihm sagen wollte. Um was hatte er sich gekümmert? Was hätte er vom Zug aus… Er riss die Augen auf, als es ihm wieder einfiel. Der Anruf. Joko’s Versprechen. Sein Herz schien einen Schlag auszusetzen.

 

Klaas verließ gerade das Bad, als er Joko’s Stimme vernahm. Er runzelte die Stirn. Wer belästigte sie an ihrem freien Tag? Eigentlich gab es die strickte Anweisung sie nicht an ihren freien Tagen zu stören. Vor allem, wenn sie endlich mal in der gleichen Stadt waren und die verlorene Zeit aufholen wollten.

Wehe es war eines von Joko’s anderen Projekten. Die Regel galt für sie beide. Keine Störungen an ihren gemeinsamen Tagen. Egal, was es war. Wenn nicht gerade das Büro brannte, wollte er heute nichts von Arbeit hören.

Gerade Joko brauchte diese Tage, wo er einfach mal nichts entscheiden musste. Nichts dirigieren musste. Nichts auswählen musste. Der Stress tat ihm nicht gut. Klaas sah es ihm an, wenn sie eine Zeit lang nur telefonierten. In München gab es niemanden, der ihn mal aus seinem Arbeitswahn holte und ihn zu einer Pause zwang. Es belastete Klaas, war aber im Moment leider nicht zu ändern.

Aber mit wem telefonierte der Winterscheidt da? Als er in die Küche einbog und Joko’s Worte hörte, ploppten nur noch mehr Fragezeichen in seinem Kopf auf.

„… ist das Schönste, was es gibt, weil es ein Versprechen aneinander arbeiten ist und ein Versprechen füreinander und eigentlich bricht man dieses Versprechen nicht.“

Joko stand mit dem Rücken zu ihm und hatte ihn noch nicht bemerkt. Er blickte scheinbar gedankenverloren aus dem Fenster. 

„Er findet das total modern in Zeiten wie diesen wieder darüber nachzudenken, dass man eine Hochzeit als was ganz anderes versteht, als das, was es lange gewesen ist“, sagte Joko, strich sich über den Bart und legte den Kopf leicht auf die Seite. Klaas’ Herz schlug schneller. Was war hier los? Mit wem redete Joko da übers heiraten?

„Und ich finde, Frank, die Frage solltest du jetzt auch stellen. Willst du wirklich, dass wir ernsthaft darüber nachdenken, dass wir heiraten? Dann bin ich dafür offen, aber dann möchte ich auch, dass du dir darüber Gedanken machst, was das heißt. Das heißt ein Leben lang zusammen sein und aneinander arbeiten und damit mein ich nicht das, was du jetzt denkst, sondern wirklich die Fehler des anderen akzeptieren, so wie sie sind oder versuchen sie gemeinsam aus der Welt zu schaffen. Du weißt selber, wie problembehaftet mein Leben ist und ich weiß nicht, ob du da Lust für hast.“

„Was geht hier ab?“

Joko zuckte heftig zusammen, ließ dabei fast das Handy fallen und fasste sich mit einer Hand an die Brust. Mit weit aufgerissenen Augen dreht er sich zu Klaas um, dem die Wut förmlich aus den Ohren kam.

„Alter, mein Herz! Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Schleich dich doch nicht so an!“

„Wieso sprichst du mit Frank übers heiraten? Was hab ich bitte verpasst?“

„Ich weiß, wie dumm das jetzt klingt, aber es ist nicht so, wie es aussieht.“

Klaas verengte die Augen, trat einen großen Schritt auf ihn zu und riss Joko das Handy mit den Worten „Verarsch mich nicht! Gib mir das!“ aus der Hand. Wutentbrannt sah er ihn an, als er sich das Handy ans Ohr hielt. „Ich will jetzt eine verdammt gute Erklärung hören. Los!“

„Klausi, beruhig dich! Thomas hier. Wir nehmen gerade die neue Podcast Folge auf und wir hatten eine Frage an Joko. Nix dramatisches, also pack die Knarre wieder ein. Du musst Frank nicht erschießen.“

Klaas hörte die Worte, konnte sie aber aufgrund des kleinen, grünen Monsters auf seiner Schulter zuerst nicht richtig einordnen. Podcast. Es war kein privates Gespräch gewesen. Joko wollte Frank nicht wirklich heiraten. Er atmete tief durch und schloss die Augen.

„Sorry Klaas, war nur Spaß. Das war nicht wirklich ernst gemeint“, drang nun auch Frank’s Stimme an sein Ohr. Auch Basti redete auf ihn ein.

„Wir haben nur ein bisschen rumgealbert. Ob Joko Alimente zahlen muss, weil sie in Vegas noch verheiratet sind. Wegen der Duell Aufgabe. Tut uns leid, dass wir euch an eurem freien Tag stören“, fügte Thomas noch hinzu und klang wirklich zerknirscht.

Klaas brachte kein Wort heraus. Wusste auch nicht, was er dazu sagen sollte, dass er sich gerade vor seinen Mitarbeitern lächerlich gemacht hatte. Aber er konnte diese Gefühle nicht abstellen. Diese Eifersucht, wenn er befürchten musste, dass Joko ihm entglitt. Das ertrug er nicht.

Zwei warme Hände fuhren von hinten über seine Schultern, legten sich um seinen Hals und drückten ihn an einen warmen Körper. Versuchten die Kälte zu vertreiben, die sich in ihm breit machte.

„Alles gut, Klausi. Gib mir wieder das Handy!“, flüsterte Joko ihm zu und nahm das Telefon wieder an sich. „Thomas, schneidet den Teil mit Klaas raus! Alles andere kann von mir aus drin bleiben.“ Klaas hörte Thomas’ Antwort nicht, nur das irgendwas gesprochen wurde. „Ist ja kein Problem!“, fügte Joko noch hinzu, bevor er den Anruf beendete und das Handy weg legte.

Stille legte sich über sie beide. Joko schlang wieder beide Arme um ihn, drückte sich mit seinem gesamten Körper an ihn und legte seine Wange auf Klaas' Scheitel.

„Sprich mit mir, Klausi! Was geht in deinem Kopf vor?“

Doch Klaas schüttelte nur den Kopf, ballte die Hände zu Fäusten und drückte sie gegen seine Augen. Die Gedanken in seinem Kopf rasten. Einer nach dem Anderen flog vor seinem inneren Auge vorbei. Wollte sich festsetzen. Wollte ihn wahnsinnig machen.

„Kannst du bitte mit mir reden? Du machst mir Angst.“

„Ich hasse das!“, hauchte Klaas schließlich leise.

„Was?“

„Dass ihr geheiratet habt. Ich wollte das nicht. Das war damals nicht meine Idee. Reicht es nicht, dass ich mir immer wieder anhören muss, dass alle ihn als deinen Ehemann bezeichnen? Jetzt muss ich auch noch hören, dass ihr immer noch gültig verheiratet seid und ihr euch einen Spaß draus macht über die nächste Hochzeit zu reden. Du bist echt unmöglich!“

„Tut mir leid, das war doch nur dummes Gelaber. Du weißt doch, wie die Jungs sind. Die haben mich letztens schon während des Podcast’s angerufen. Das lockt die Leute an.“

„Trotzdem will ich mir sowas nicht anhören müssen“, sagte Klaas, griff nach Joko’s Armen und schob sie zur Seite. Wenn er wütend war, konnte er nicht still stehen. Er musste sich bewegen. Seiner Wut irgendwie Luft machen. So viel zu ihrem freien, ruhigen Tag. „Du weißt, dass ich das nicht leiden kann.“

Klaas ging rüber ins Wohnzimmer. Wieso hatte er mit dem Rauchen aufgehört? Der Drang nach einer Zigarette war gewaltig. Früher hätte er in solchen Situationen eine nach der Andere weg gequalmt. Heute brauchte er eine Ersatzbefriedigung. Er riss die Schranktür auf und griff nach einer neuen Tafel Jokolade. Ohne viel Raffinesse riss er das Papier auf, brach ein Stück ab und schob es sich in den Mund. Joko’s laute Lache hinderte ihn nicht daran ein zweites Stück zu essen.

„Ich bin ja froh, dass dir die neue Jokolade so gut schmeckt. Bist jetzt schon unser bester Kunde.“

„Sei lieber froh, dass ich keine Zigaretten im Haus hab. Im Büro sähe die Sache ganz anders aus“, grummelte Klaas leise und steckte sich das nächste Stück in den Mund.

„No way. Is nicht. Du hast mir versprochen die Dinger nie wieder anzufassen. Da nagel ich dich drauf fest.“

„Lass mich! Ich bin sauer auf dich."

„Ach Klausi. Sei doch nicht so! Wenn du richtig zugehört hast, dann weißt du doch, dass ich so eine Entscheidung nicht leicht nehme. Wir haben nie drüber gesprochen, aber ich glaube da sind wir beide uns sehr ähnlich. Wie eigentlich bei den meisten Dingen.“

Joko trat langsam auf ihn zu und stellte sich an seine Seite, lehnte seinen Oberkörper leicht an Klaas’ Schulter. Er nahm ihm die Tafel Jokolade ab und schmiss sie zurück in den Schrank.

„Auch wenn es nur dummes Gelaber war, hab ich es ernst gemeint. Ich fand’s sehr schön, was Kai in diesem Interview gesagt hat.“ Joko griff nach seiner Hand, schmunzelte leicht und leckte ihm etwas geschmolzene Jokolade vom Finger. „Du akzeptierst meine Fehler, wie ich die Deinen und wir arbeiten gemeinsam daran sie ganz verschwinden zu lassen. Wie dein Rauchen.“

„Wie dein Flirten mit anderen Personen?“

„Zum Beispiel“, sagte Joko lachend und legte eine Hand in Klaas’ Nacken. „Aber jetzt mal ernsthaft. Wir haben noch nie über die Hochzeit mit Frank gesprochen. Du hast doch selber immer Witze darüber gerissen. Das es dir so viel ausmacht, war mir nicht bewusst. Dabei hätte mir klar sein müssen, dass deine dummen Sprüche mal wieder nur was verbergen sollen.“

Klaas grummelte leise und rieb seine Handflächen aneinander.

„Manchmal bin ich echt blind. Geb ich zu! Don’t judge me! Deine Eifersucht ist schließlich allen bekannt.“

„Ich bin nicht eifersüchtig“, beschwerte Klaas sich sogleich. Er hasste dieses Wort. Eifersucht war so ein dämliches Wort für das, was er empfand. Er zweifelte nicht an Joko’s Gefühlen, trotzdem machte es ihn rasend, wenn andere ihm zu nahe kamen.

„Ich weiß, sorry. Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass ich mich schon viel früher um diese Angelegenheit hätte kümmern müssen. Werd ich im neuen Jahr direkt machen. Versprochen!“

Klaas blickte ihn bei diesen Worten an. Er sah zu ihm hoch, biss sich auf die Unterlippe. Er wusste, dass Joko niemals ein Versprechen auf die leichte Schulter nahm. Wenn er etwas versprach, hielt er es ein. Ohne Ausnahme. Klaas fühlte wie der Druck von seiner Brust verschwand. Er hatte gar nicht gemerkt, wie sehr ihn diese Sache angespannt hatte.

„Danke…“, nuschelte er leise und schlang seine Arme um Joko’s Taille. Er vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge und schloss die Augen.

„Ach, Hase. Dir müsste doch mittlerweile klar sein, dass ich alles für dich tun würde. Ich will nicht mit dir streiten. Nicht wegen so was. Ich hasse es, wenn wir streiten.“

„Macht den Sex aber besser.“

„Stimmt, aber ist ja nicht so, als wäre der nicht immer gut.“

Klaas lachte auf, lehnte sich zurück und blickte in das grinsende Gesicht von Joko. 

„Gut? Das ist alles, was dir dazu einfällt? Wie charmant!“

„Was wäre dir denn lieber? Heiß? Außergewöhnlich? Orgasmisch?“

„Orgasmisch?“, wiederholte Klaas erneut lachend und trat einen Schritt zurück. „Du hast schon wieder zu viel Zeit mit Thomas verbracht. Lass dich nicht ständig in deren Podcast ziehen!“

Joko ließ ihn jedoch nicht entkommen, trat wieder einen Schritt auf ihn zu und ließ seine Hand in Klaas’ Gesäßtasche gleiten. Fest zupackend drückte er ihre Unterkörper aneinander. Überrascht stützt Klaas sich an seinem Oberkörper ab.

„Keine Sorge! Ich glaube die haben heute ihre Lektion gelernt. So schnell werden sie nicht noch einmal unangekündigt anrufen.“

„Besser wäre es für sie…“, nuschelte Klaas leise und verzog das Gesicht.

„Aber um zum Thema zurück zu kommen: Ich finde den Gedanken schön, dass man das Eheversprechen ernst nimmt und nur einmal heiratet.“

Klaas sah den nachdenklich Blick mit dem Joko ihn musterte. Sein Herz schlug schneller.

„Ich war nie der Typ, der viel übers Heiraten nach gedacht oder es überhaupt gewollt hat. Zumindest war es bei den Frauen mit denen ich zusammen war nie ein Thema.“ Joko griff mit seiner freien Hand nach Klaas’ Hand und verschränkte ihre Finger miteinander. „Konnte mir nie vorstellen den Rest meines Lebens mit ihnen zu verbringen. Dieses ein Leben lang zusammen sein schien mir nie aufregend genug.“

„Joko…“

„Wir kennen uns jetzt 11 Jahre und ich kann mir ein Leben ohne dich schon gar nicht mehr vorstellen. Ich liebe dich, was auch immer passiert. Ich werde dich immer lieben“, sagte Joko leise und führte ihre Hände an seinen Mund um einen sanften Kuss auf Klaas’ Finger zu hauchen.

Klaas wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen. Das sie nach allem was sie zusammen durchgemacht hatten am Ende hier standen, hätte er niemals für möglich gehalten.

„Ich liebe dich. Ich will nicht mehr so lange von dir getrennt sein.“

„Denk nicht zu viel darüber nach! Jetzt genießen wir erst mal die Feiertage und kümmern uns um den Rest im neuen Jahr“, sagte Joko und küsste ihn sanft. Presste ihre Körper eng aneinander und sorgte dafür, dass Klaas alle Probleme hinter sich lassen konnte.

 

„Naja, Annullierung war nach so vielen Jahren nicht mehr möglich, aber zumindest wird die Hochzeit aus dem Eheregister in Nevada gestrichen. Frank weiß auch schon bescheid.“

Klaas lehnte sich in seinem Sessel zurück, versuchte ruhig zu bleiben und sich seine Aufregung nicht ansehen zu lassen. Joko hatte es wirklich getan. Er hatte sich um die Angelegenheit gekümmert, wie er es ihm kurz vor Weihnachten versprochen hatte. Konnte er diesen Mann noch mehr lieben?

Als schließlich ein breites Lächeln auf Joko’s Lippe erschien, konnte auch Klaas sich nicht mehr zurück halten. Er erwiderte das Lächeln genauso glücklich und lachte laut auf.

„Du bist so blöd, ey.“

„Sach ma, was ist das denn für eine Begrüßung? Da setz ich alle Hebel in Bewegung und das ist der Dank. Dann bleib ich doch lieber mit Frankie verheiratet.“

Joko wollte sich schon abwenden, als Bewegung in Klaas kam. Er sprang von seinem Stuhl auf und eilte hinter ihm her. Er griff nach Joko’s Arm und zog ihn zurück ins Zimmer.

„Du weißt doch, wie ich das meine. Komm her!“

Klaas schlang seine Arme um Joko’s Taille und drückte sich an ihn. Nach einer Trennung von drei Wochen, in denen sie nur telefoniert oder sich über einen Bildschirm gesehen hatten, war es ein unbeschreibliches Gefühl endlich wieder die Nähe des Anderen zu spüren. Wie sehr er es hasste, dass Joko immer noch Geschäfte in München zu erledigen hatte. Aber wie sie es schon einmal besprochen hatten: Ein Problem nach dem Anderen.

„Ich hab dich so vermisst, Hase. Die letzten Wochen haben sich wie eine Ewigkeit angefühlt.“

Joko legte seinen Kopf auf Klaas Scheitel und atmete tief ein.

„Dabei warst du so beschäftigt mit deiner neuen Show“, nuschelte Klaas gegen Joko’s Brust und schloss die Augen. Genoss das Gefühl von starken Armen, die sich um seinen Körper schlangen.

„Hör auf! Ich kann immer noch nicht fassen, wie gut das läuft.“

„Hab dir doch gesagt, die Idee ist gut. Wenn selbst Schmitti begeistert ist, kann es gar kein Flop werden.“

„Dann freu ich mich ja, dass wir die letzten beiden Folgen zusammen gucken. Die Nächste ist übrigens mit dir.“

„Weiß ich doch. Die Fans drehen schon durch. Bin tausendmal irgendwo markiert oder erwähnt worden“, sagte Klaas und hob seinen Kopf um Joko anzuschauen.

„Hab ich mir fast gedacht. Zusammen funktionieren wir eben immer noch am Besten.“

„Da kann ich dir ausnahmsweise mal zustimmen.“

„Ach, halt doch die Klappe und küss mich!“

Lachend griff er in Joko’s Haar, zog ihn zu sich herunter und presste ihre Lippen aufeinander. Saugte sehnsüchtig an dessen Unterlippe, bevor er mit der Zunge darüber fuhr.

„Jungs, wir müssen los! Ihr könnt den Wiedersehenssex auf später verschieben. Jetzt wird erstmal gearbeitet“, unterbrach Thomas die Begrüßung, schlug Joko einmal auf die Schulter und ging weiter den Flur entlang.

„Bist doch nur neidisch!“, rief Joko ihm hinterher, während er Klaas nicht los ließ, der schmunzelnd gegen ihn sank.

„Ich würd’s eher bevorzugen, wenn ich euch nicht ständig beim Knutschen erwischen würde. Too much Information sag ich da nur!“

Nun ließ Joko ihn doch los, um hinter Thomas Martiens her zu laufen und das mit ihm auszudiskutieren. Grinsend lehnte Klaas sich an den Türrahmen und sah ihnen hinterher. Er hatte diese Atmosphäre vermisst. Sobald Joko zurück in Berlin war, schien es sie alle in alte Zeiten zu versetzen. Als sie noch jung und unbeschwert waren. Als sie noch ungezwungenen Blödsinn produzierten und sich keine Sorgen um die Zukunft machten. Blödsinn machten sie immer noch, aber jetzt war es anders. Sie wollten Dinge ansprechen, Steine ins Rollen bringen und etwas bewirken.

Klaas warf einen Blick über seine Schulter zurück zum Computer. Die restlichen Dateien mussten warten. Jetzt hieß es erst einmal den nächsten Schritt in Richtung Zukunft beschreiten.

 

Ende