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PoV Ardy

Ich zögere, ehe ich vorschlage, dass wir zusammen in die Küche gehen und uns dort hinsetzen, um miteinander zu reden. Ich erkenne deutlich, dass Marius nervös ist und an seinen Fingern herumzupft, ehe er aufsieht.

"Wenn du erwartest, dass ich dir erzähle, was geschehen ist, dann tut es mir Leid", sagt er dann plötzlich und ich schaue auf. Fragend lege ich meinen Kopf schief und warte darauf, dass er sein seltsames Verhalten erklärt.

"Er soll es dir erzählen... Zumindest teilweise. Ich will ihn nicht wieder so hintergehen...", erklärt er und ich lächele verstehend.

"Ich verstehe dich, aber kannst du mir ein paar Fragen beantworten?", frage ich sanft und er sieht auf, ehe er kurz nickt.

"Der Teddy, was hat es damit auf sich?"

"Taddl, er hat ihn seit er klein ist. Als er fünf war, entschied unsere Mutter, dass er zu alt dafür sei und hat ihn Taddl weggenommen. Nicht nur das. Sie hat ihn weggeworfen." Ich schlucke und beiße mir auf die Lippe. Mit fünf? Manche schlafen mit achtzehn noch mit Kuscheltieren...

"Ich habe ihn damals aus dem Mülleimer 'gerettet' und bin dann in der Nacht zu ihm ins Zimmer gegangen. Er hat so sehr geweint und konnte nicht schlafen... Und... Ja... Er hängt an dem Kuscheltier nach wie vor", erklärt er und ich nicke langsam.

"Was ist das Problem? Du musst mir nicht die Geschichte dazu erzählen, aber was hat zu dem hier geführt? Klar, Omegas sind selten und sie werden geachtet und beschützt, aber dass jemand gezwungen wird, sich in die Obhut eines Alphas zu begeben, kommt nicht sonderlich oft vor", sage ich bedacht und schlucke, während ich hoffe, dass ich nichts falsches gesagt habe.

"Ich weiß es nicht... Also schon, aber wiederum auch nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich über alles Bescheid weiß, aber bestimmt dürftest du auch einiges in seinen Akten finden... Aber ich..." Ich warte geduldig ab, bis er weiterredet, während er in die Ferne zu schauen scheint.

"Er isst kaum oder nur sehr unregelmäßig. Er unterdrückt seinen Omegageruch mit Medikamenten, die viel zu stark für ihn sind und tut dasselbe auch mit seiner Hitze, weswegen diese irgendwann unkontrolliert und viel heftiger über ihn hereinbricht. Er schläft die ganze Woche über kaum, nimmt dann am Wochenende Schlaftabletten und schläft eigentlich komplett durch", erzählt er mit taub wirkender Stimme und ich schlucke. Das dürfte nur ein Bruchteil von dem sein, was er noch alles getan hat. Ich seufze leise. Was bringt einen Menschen dazu, das zu tun?

"Er kümmert sich nicht um sich selber, weswegen uns gesagt wurde, dass er sich nicht mehr um sich selbst kümmern kann", murmelt Mary kaum hörbar und ich schlucke leicht.