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Mittelerde in 100 Worten

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Voran, voran! Fingolfin wusste, dass er in seinen Tod ritt. Doch er zog weiter, immer weiter ohne auch nur einmal zurückzublicken. Er durfte es nicht.

  Er war nur ein Elb, ein Elb unter Tausenden, Hundertausenden! Und doch wollte – musste – er fest daran glauben, dass er diesen Kampf gewinnen und damit das Tor niederreißen würde. Ansonsten wäre er bereits verloren.

  „Wär's noch so ehern, noch so stark, stark bis ins tiefste Knochenmark, wir stürmen es, wir dringen ein, zerbrechen Tor und Mauerstein“, sang er leise vor sich hin.

  Vor ihm ragten die Tore Angbands auf, groß und ehern und boshaft.

 

Die Elbenfestung war am Ende. Jeder Ork wusste das, jeder einzelne von ihnen geiferte diesem Ende, dem Morden und Plündern entgegen.

  Sie streckten ihre Waffen den bröckelnden Mauern entgegen, schrien und tobten und verhöhnten die Soldaten des Halbbluts. Ihre Kehlen wollten sie aufreißen, ihre Häuser niederbrennen und ihrer Bosheit freien Lauf lassen. Die Tore würden sie niederreißen, egal wie ehern und stark sie auch sein mochten. Vor ihnen konnten sie nicht standhalten!

  Mit einem Male ertönte Hörnerschall am Eingang des Tales, hell und silbern. Die Herren des Halbbluts waren gekommen, um ihre Verbündeten zu befreien. Ihrem Ansturm konnte niemand standhalten.

 

Die Schlackehügel vor dem Morannon würden ihr Grab werden. Allen war dies bewusst, jeder hatte sein Schicksal angenommen. Die Furcht saß ihnen in den Gliedern, und doch hielten sie ihr stand. Helden würden sie alle hinterher für diese mutige Tat genannt werden.

  Die Tore Mordors waren mit eisernen Zähnen bewehrt und verwehrten in ihrer schwarzen Schrecklichkeit jedem Feind den Einlass. Doch jedes Tor konnte gebrochen, jeder Feind zu Boden geworden werden.

In der Ferne unter Mordors Schatten barst der Orodruin, und die Finsternis verflog. Alle Furcht war ihnen mit einem Male genommen. Ein heller Ruf erhob sich alsdann: „Frodo! Frodo!“